Das Großprojekt Hochwasserrückhaltebecken Oppenweiler erreicht einen entscheidenden Punkt: Nach Abschluss wesentlicher Vorarbeiten beginnt nun der Bau der Hauptdämme. Diese Bauwerke sind wichtige Faktoren, um Überflutungen im Murrtal, wie sie zuletzt 2011 auftraten, künftig zu verhindern. Die Fertigstellung des gesamten, auf inzwischen rund 30 Millionen Euro veranschlagten Projekts ist für das Frühjahr 2027 geplant.
Aktueller Stand der Bauarbeiten
Der dritte Bauabschnitt, das sogenannte Schlauchwehr, konnte weitestgehend abgeschlossen werden. Dieses spezielle Wehr staut die Murr etwa 200 Meter flussaufwärts des bisherigen Wehrs an. Die Regulierung der Wasserhöhe erfolgt dann mittels eines mit Wasser befüllten Schlauchs. Die dafür benötigte Technik wurde bereits erfolgreich getestet. Die bauzeitliche Grundwasserabsenkung ist ebenfalls beendet und die Spundwände wurden größtenteils bereits wieder entfernt.
Start des Dammbaus und Verkehrshinweise
Der vierte Bauabschnitt – unter anderem der Bau der eigentlichen Dämme – hat nun begonnen. Den Auftrag hierfür hat sich das Unternehmen Wolff und Müller GmbH & Co. KG gesichert. Der Damm wird künftig nördlich von Reichenbach von der Bahnlinie bis nach Ellenweiler reichen.
Bevor der Hauptdamm aufgeschüttet wird, werden noch zwei kleinere Durchlassbauwerke für den Reichenbach und den Roßstallbach entstehen. Die neue Querung für den Reichenbach soll in den nächsten Tagen beginnen und wird Einschränkungen für die Verbindungsstraße nach Oppenweiler sowie den Murrtal-Radweg mit sich bringen. Der neue Bypass für den Roßstallbach wird dann eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße B14 an einem Wochenende oder in Ferienzeiten zur Folge haben. Es wird in Ellenweiler eine etwa 70 Meter lange Dole mit 90 Zentimetern Durchmesser entstehen.
Funktion und Kapazität des Beckens
Im Ernstfall kann das Hochwasserrückhaltebecken bis zu 850.000 Kubikmeter Wasser aufstauen und geregelt wieder abgeben. Dies geschieht nur bei einem Hochwasser, wie es statistisch alle 100 Jahre einmal vorkommt. Im Normalfall fließt das Wasser durch ein Umgehungsgerinne, das lediglich eine Mindestmenge Wasser für den Fischauf- und -abstieg führt, während der Großteil wieder für das Wasserkraftwerk in der Rüflensmühle zur Verfügung stehen soll.
Zum Schluss der Bauarbeiten werden neue Straßen und Wege entstehen. Der wertvolle Oberboden, der über die Bauzeit zwischengelagert wurde, wird dann noch verteilt, sodass die unbebauten Areale neu modelliert und auch wieder landwirtschaftlich genutzt werden können.
Quelle Bild: Leonhard Weiss GmbH & Co. KG
